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Bio-Handelsumsätze in Europa und den USA

Starkes Umsatzplus der Vorjahre kann weitgehend gehalten werden

Die während der Corona-Zeit stark gestiegenen Bio-Umsätze hielten 2022 weitgehend stand, mussten jedoch leichte Einbußen durch die Inflation hinnehmen. Im Schnitt kauften die Europäer pro Kopf für 64 Euro im Jahr Bio-Produkte ein, während es in der gesamten Europäischen Union 102 Euro pro Kopf waren. Starkes Umsatzplus der Vorjahre kann weitgehend gehalten werden. Die europäischen Länder konnten das während der Covid-Pandemie erreichte Bio-Umsatzplus weitgehend halten. Es stieg von 2019 bis 2022 um 18 Prozent auf 53,1 Milliarden Euro. Im Vergleich von 2021 zu 2022 gab es einen leichten Rückgang von 2,2 Prozent. In den 27 EU-Ländern zeigte sich ein Minus von 2,8 Prozent. Auf dem deutschen Markt sah es ähnlich aus. Der Gesamtwert aller erworbenen Bio-Lebensmittel betrug in den 27 EU-Ländern 45 Milliarden Euro. Dies sind die Ergebnisse der gemeinsamen Auswertung des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Inflation und Kaufzurückhaltung führten dazu, dass die Bio-Umsätze in den europäischen Ländern sanken. Die spürbare Erhöhung von Lebensmittel- und Energiepreisen bewogen die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu, vermehrt in Discountern einzukaufen, wo die Preise für Bio-Lebensmittel teilweise niedriger waren. Besonders stark betroffen waren Luxemburg und Finnland. In Frankreich reduzierten viele Supermärkte ihr Bio-Sortiment um bis zu zehn Prozent, was zu einem Umsatzrückgang von fünf Prozent führte. In der Schweiz, Dänemark, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Belgien hatte der Bio-Markt jeweils einen Rückgang zwischen zwei bis vier Prozent zu verkraften.Trotz dieser Herausforderungen verzeichneten einige Länder Zuwächse. In den Niederlanden trug eine umfassende Informationskampagne zu einem Wachstum von 4,4 Prozent bei.

Die Österreicher und Österreicherinnen zeigten eine höhere Wertschätzung für regionale Bio-Lebensmittel, was zu einem Anstieg der Ausgaben um vier Prozent im Vergleich zu 2021 führte. Auch Estland und Bulgarien blickten auf positive Entwicklungen zurück. Schweden stabilisierte sich, nachdem in den Jahren 2020 und 2021 rückläufige Ergebnisse verzeichnet wurden, und Italien konnte das Vorjahresniveau wieder erreichen. Nach wie vor halten europäische Länder die größten Marktanteile bei Bio-Lebensmitteln. Dänemark lag 2022 mit 12 Prozent Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt weiterhin an der Spitze, gefolgt von Österreich mit 11,5 Prozent und der Schweiz mit 11,2 Prozent. Deutschland rangierte mit einem Marktanteil von 6,3 Prozent an sechster Stelle, wobei der Bio-Umsatzanteil am gesamten Lebensmittelmarkt aufgrund der stärkeren Preissteigerungen bei konventionellen Lebensmitteln zurückging. Für das Jahr 2023 wird in Europa eine leicht positive Entwicklung des Bio-Marktes erwartet. Die höchsten Ausgaben pro Kopf für Bio-Produk-te tätigten die Schweizer mit 437 Euro und die Dänen mit 365 Euro, gefolgt von den Österreichern (274 Euro), den Luxemburgern (259 Euro) und den Schweden (248 Euro). Deutschland lag mit 184 Euro Ausgaben für Bio-Lebensmittel an sechster Stelle in Europa. Europa behält weiterhin mit den USA die weltweite Führung im Bio-Markt. Der US-amerikanische Bio-Markt wuchs um vier Prozent auf 61,7 Milliarden USD, wobei Währungseffekte aufgrund des Euro-Rückgangs das Bild leicht verzerrten. Trotz ökonomischer Widrigkeiten blieben viele Verbraucher in den USA dem Bio-Segment treu, allerdings fielen die Preissteigerungen für Lebensmittel insgesamt auch geringer aus als in Europa. Obst und Gemüse bildeten weiterhin die wichtigste Produktgruppe, mit einem Anteil von 22 Milliarden USD, einem Drittel des Bio-Marktes. Getränke waren mit neun Milliarden USD die zweitwichtigste Produktgruppe, Kaffee zählte hier zu den führenden Produkten. Molkereiprodukte und Eier folgten mit 7,9 Milliarden USD.