Weiterentwicklung kulturspezifischer Strategien für die Gesunderhaltung von Pflanzen im Öko-Landbau mit Hilfe von Sparten-Netzwerken

Der Ökologische Landbau ist schon heute aufgrund des völligen Verzichts auf Herbizide und die Bevorzugung vorbeugender Pflanzenschutzansätze ein wichtiges Innovationsmodell für eine nachhaltige Agrarproduktion. Bio-Bauern zeigen, wie clever genutzte Fruchtfolgen, robuste Sorten, Habitate für helfende Nützlinge und auch ein vitaler Boden chemisch-synthetische Pestizide überflüssig machen und den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln aus Naturstoffen auf das Nötigste minimieren.

Aufgrund der bisher sehr begrenzten Forschungsressourcen für den Pflanzenschutz im Ökologischen Landbau konnte jedoch das ganze Potenzial noch nicht erkundet oder vollständig genutzt werden. Strategien weiterzuentwickeln, die Nutzpflanzen im Ökologischen Landbau effektiv gesund erhalten, wie auch konkrete Lösungen für einzelne Kulturen bzw. Kulturgruppen zu erarbeiten - das ist Ziel des Projekts zur Pflanzengesundheit im Ökolandbau, das vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wird (Laufzeit 2017-2020).

Kulturspezifische Netzwerke zum Öko-Pflanzenschutz werden innerhalb des Projekts gestärkt, weiterentwickelt oder – wo noch nicht vorhanden – etabliert. Dabei fördert das Projekt den Austausch zwischen den einzelnen Sparten. Die Akteure machen sich nun gemeinsam auf den Weg, die Leistungsfähigkeit des Öko-Ackers ohne bzw. mit weniger ökologischen Pflanzenschutzmitteln zu steigern und gleichzeitig Biodiversität zu fördern, indem Vielfalt in landwirtschaftliche Abläufe integriert wird. Auch die bereits im Rahmen anderer Projekte erarbeiteten Strategieansätze für einzelne Kulturen bzw. Kulturgruppen werden noch breiter in die Praxis gebracht und auf weitere, passende Sparten übertragen. Damit wird den übergeordneten Zielen eines nachhaltigen Pflanzenschutzes, der nicht-chemische Verfahren anwendet und die biologische Vielfalt erhält, Rechnung getragen.

So können relevante, neue Handlungsfelder in den einzelnen Kulturen schneller identifiziert und unter intensiver Einbindung von Praxis-Betrieben Strategieansätze entwickelt werden. Entsprechende Innovationen sollen durch diesen intensivierten Austausch auch schneller gefunden und an alle Akteure kommuniziert werden. 

Die Netzwerke werden überwiegend von Fachberatern für die jeweiligen Kulturen koordiniert. Konkret handelt es sich im Rahmen des Projektes um Netzwerke in den folgenden Kulturen/-gruppen:

  • Ackerbau
  • Gemüse
  • Hopfen
  • Kartoffel
  • Obst
  • Weinbau

Für weitere Information zum Projekt wenden Sie sich bitte an den BÖLW-Referenten für Landwirtschaft Kevin Smith-Weißmann unter 030.28482312 oder smith[at]boelw.de.