Wie viel Öko braucht die Welt? - Recht auf Nahrung und Belastungsgrenzen des Erd-Ökosystems

BÖLW Herbsttagung 2010

Berlin, 28.10.2010 |Die BÖLW-Herbsttagung, die sich dem Thema Recht auf Nahrung und Belastungsgrenzen des Erdökosystems widmete zeigte deutlich: Bei Biodiversität, Stickstoff-Kreislauf und Klimawandel haben wir die Grenzen dessen, was menschliches Leben auf Dauer ermöglicht, bereits deutlich überschritten. Dieser Tatsache müssen sich Politik und Gesellschaft stellen. Für die Landwirtschaft bedeutet das: Dem Öko-Landbau als nachhaltigem System der Landbewirtschaftung den Vorrang einzuräumen, Tierschutzstandards deutlich anzuheben und an kritischen Schlüsselfaktoren wie Stickstoffüberschüssen und aus Übersee eingeführten Eiweißfuttermitteln anzusetzen.

Kommentar zur Herbstagung

Größer hätte der Gegensatz auf unserer Herbsttagung nicht sein können: Hier Prof. Schellnhuber vom Potsdam Institut für Klimaforschung, der uns mit seinem Vortrag eindrücklich und eindringlich den gegenwärtigen Zustand der ökologischen Belastungsgrenzen für menschliches Überleben auf unserer Erde vor Augen geführt hat. Das notwendige Gegensteuern scheint noch möglich, wenn es beherzt und sofort erfolgt. Auf der anderen Seite die drei Vertreter der Politik, die ebenfalls ein eindrückliches Bild hinterließen – allerdings ein trauriges
Bild des Nichts-Tun-Wollens! Auch wenn wir uns von ihnen andere Beiträge gewünscht hätten, so machte diese Dynamik der Veranstaltung besonders deutlich, wie viel von uns – einer aktiven Gesellschaft und einer an ethischen Handlungsmaßstäben ausgerichteten Wirtschaft – abhängt. Das heißt für uns zweierlei: Wir müssen uns noch vehementer in den politischen Diskussionsprozess einbringen, und wir dürfen selbst nicht nachlassen im Sinne der Nachhaltigkeit immer noch besser zu werden.

Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW

Impressionen der Tagung