Mehr Bio-Lebensmittel in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung

5. Oktober 2017, 10:30 bis 16:30 Uhr
Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 59, 10117 Berlin
Raum "Bernhard von Langenbeck", 1. OG

Die Verwendung von Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ist eines der wirksamsten Instrumente, mit denen die die angestrebte Ausweitung des Ökolandbaus vorangetrieben werden kann. Die jüngste „Bio-Barometer“-Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat zudem bestätigt: Nachfragepotenziale für mehr Bio in Mensen, Kitas und Kantinen sind vorhanden.

Einige Akteure haben schon beeindruckende Ergebnisse erzielt: Europas Umwelthauptstadt 2014, Kopenhagen, bezieht für ihre Verpflegungseinrichtungen – von der Kinderkrippe bis zum Seniorenheim – inzwischen 90 % der Zutaten in Bio-Qualität. Und das bei (nahezu) stabilen Preisen für das Essen. Der Schlüssel zum Erfolg: Klare Zielsetzungen auf der politischen Ebene, Verwendung von Frischzutaten statt Convenience-Produkten, drastische Reduzierung von Lebensmittelverlusten und Ausrichtung der Speisepläne auf saisonal gut verfügbare heimische Zutaten.

Erschwert wird die Umsetzung ambitionierter Bio-Verpflegungskonzepte in Deutschland neben mangelnder Verfügbarkeit von Zutaten und Vorgaben für die Abgabepreise auch durch die strengen rechtlichen Vorgaben für die öffentliche Beschaffung. Politische Zielvorgaben werden außerdem nicht immer ausreichend konkret und verwaltungskonform formuliert und verfolgt.

Im BÖLW-Fachgespräch stellten Experten aus Wissenschaft, Beratung, Verwaltung und Praxis „Rezepte“ für die erfolgreiche Umsetzung ehrgeiziger Bio-Ziele in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung vor.

Die Veranstaltung fand bundesweit Beachtung. Vertreter aus Unternehmen, Politik und Behörden kamen zum Fachtag in die Hauptstadt.

 

Dokumentation

Pressemitteilung

90 % Bio in öffentlichen Küchen – Praktiker zeigen wie es geht (06.10.2017)

 

Präsentationen

90 % Bio bei (nahezu) gleichbleibenden Kosten – unmöglich? Das Beispiel Kopenhagen (PDF, 2.3 MB)
Anne-Birgitte Agger, Leiterin „House of Food“, Kopenhagen

30 Jahre Bio-Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland – was sind die Schlüsselfaktoren für mehr Bio in der Großküche? (PDF, 1.7 MB), Zusatz-Info: Artikel aus der gv-praxis Vom Bratling zum Klimateller
Rainer Roehl, Gründer a'verdis GmbH

Mit dem Beschaffungsleitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ des Netzwerks der Bio-Städte rechtskonform Bio-Anteile steigern (PDF, 445 KB)
Astrid Engel, Bio-Stadt München

Theorie vs. Praxis: „Politische“ Zielvorgaben für die Bio-Beschaffung praxistauglich gestalten – Defizite und Lösungsansätze (PDF, 905 KB)
Michaela Haack, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE)

Mehr Bio in der öffentlichen Verpflegung = mehr Ökolandbau in der Region? Die Perspektive der Lieferanten (PDF, 1.1 MB)
Reinhard Manger, Bereichsleiter Lobetaler Bio-Molkerei/Hoffnungstaler Werkstätten

Impressionen

Anne-Birgitte Agger, Leiterin „House of Food“, Kopenhagen
Rainer Roehl, Gründer a'verdis GmbH
Astrid Engel, Bio-Stadt München
Michaela Haack, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE)
Reinhard Manger, Bereichsleiter Lobetaler Bio-Molkerei/Hoffnungstaler Werkstätten


Die Tagung wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung von: