BÖLW Pressemitteilung

BÖLW-Kommentar zu Äußerung von EU-Kommissar Phil Hogan

Berlin, 21.01.2017. Laut eines Presseberichts begründet EU-Agrarkommissar Phil Hogan die Neufassung des europäischen Bio-Rechts mit der EHEC-Tragödie von 2011, bei der Menschen starben. Es kommentiert der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein:

„Es bestürzt uns, dass EU-Agrarkommissar Phil Hogan das Leid der Betroffenen nutzt, um seine politischen Interessen durchzusetzen, für die ihm eine ausreichende sachliche Begründung fehlt. Das ist nicht nur den Opfern gegenüber beschämend, Hogan untergräbt damit das Vertrauen in die EU-Kommission. Und das bei einer ohnehin wachsenden europakritischen Stimmung.

Hogan weiß natürlich, dass die Tragödie von 2011 weder mit dem Produktionssystem des Ökologischen Landbaus noch mit der zurzeit in Brüssel diskutierten Reform des Bio-Rechts im Zusammenhang steht. Wenn der postfaktisch denkende EU-Agrarkommissars zu einer solchen Täuschung der Öffentlichkeit greift, zeigt er, dass er an keiner konstruktiven Weiterentwicklung des Bio-Rechts interessiert ist.

Offenbar schlägt der Kommissar nun auf diese Weise um sich, weil er die Verhandlungen um eine neue EU-Öko-Verordnung in eine Sackgasse manövriert hat, die nur noch durch den Abbruch verlassen werden kann. Diese Forderung war zuletzt einmütig durch die Agrarminister der Bundesländer und einige EU-Mitgliedsstaaten erhoben worden.“